Was ist ein Lookbook?
Ein Lookbook ist eine kuratierte Sammlung von Outfit-Fotografien, die zeigt, wie einzelne Kleidungsstücke einer Kollektion zusammen getragen werden können. Ursprünglich stammt das Format aus der Modeindustrie, wo Designer seit den 1960er-Jahren gebundene Fotomappen für Einkäufer und Presse zusammenstellten. Heute existieren Lookbooks als gedruckte Broschüren, digitale PDFs oder interaktive Online-Galerien.
Der Unterschied zum klassischen Produktkatalog: Ein Katalog zeigt Artikel einzeln, mit Artikelnummern und technischen Daten. Ein Lookbook zeigt Outfits im Kontext — mit Styling, Umgebung und Stimmung. Es geht weniger um Daten als um Inspiration.
Aufbau eines Lookbooks
Ein typisches Lookbook folgt einer durchdachten Dramaturgie:
- Eröffnung — Ein starkes Titelbild, das den visuellen Ton setzt. In der Corporate Fashion oft ein Lifestyle-Bild aus dem tatsächlichen Arbeitsumfeld des Kunden.
- Outfit-Strecken — Jeweils 2—4 Bilder pro Look, aus verschiedenen Perspektiven. Ganzkörper, Detail, Situation. Jeder Look ist beschriftet: Artikelbezeichnungen, Farben, Größenspektrum.
- Styling-Vorschläge — Kombinationsideen, die zeigen, wie sich Basics mit Akzentteilen variieren lassen. Besonders relevant bei Capsule Collections, wo die Kombinierbarkeit der Kern des Konzepts ist.
- Abschluss — Kontaktdaten, Bestellinformationen oder ein Call-to-Action für die Beratung.
Lookbooks in der Corporate Fashion
In der Berufsbekleidung erfüllt ein Lookbook eine andere Funktion als in der Konsummode. Es ist kein Verkaufsinstrument für Endkunden, sondern ein Entscheidungswerkzeug für Einkäufer, Geschäftsführer und HR-Verantwortliche. Diese Entscheider müssen sich vorstellen können, wie die Kollektion in ihrem Unternehmen wirkt — am Empfang, auf der Baustelle, im Kundengespräch.
Deshalb werden Corporate-Fashion-Lookbooks idealerweise mit echten Mitarbeitern des Kunden oder in dessen realer Arbeitsumgebung fotografiert. Das macht die Wirkung greifbar und reduziert das Risiko von Fehlentscheidungen, die entstehen, wenn man sich eine Kollektion nur anhand von Stoffmustern und Zeichnungen vorstellt.
Lookbook vs. Moodboard
Ein Moodboard entsteht vor der Kollektion — es definiert die gestalterische Richtung. Ein Lookbook entsteht nach der Kollektion — es zeigt das Ergebnis. In der Praxis bilden beide zusammen einen Bogen: Das Moodboard ist die Frage (“Wohin soll es gehen?”), das Lookbook die Antwort (“So sieht es aus”).
Mini-FAQ
Braucht man für Berufsbekleidung wirklich ein Lookbook? Bei Standardware mit Logo-Veredelung eher nicht. Sobald aber eine individuelle Kollektion entwickelt wird, ist ein Lookbook fast unverzichtbar. Es schafft eine gemeinsame Vorstellung zwischen allen Beteiligten — vom Designer über den Einkauf bis zur Geschäftsleitung.
Was kostet ein professionelles Lookbook? Die Spanne ist groß. Ein einfaches Lookbook mit Studiofotografie und 12—16 Seiten liegt im unteren vierstelligen Bereich. Aufwendige Produktionen mit Location-Shooting, Models und grafischer Gestaltung können fünfstellig werden. Viele Corporate-Fashion-Anbieter bieten das Lookbook als Teil des Kollektionsentwicklungsprozesses an.
Digital oder gedruckt? Beides hat Berechtigung. Digitale Lookbooks lassen sich schnell verteilen und aktualisieren. Gedruckte Exemplare haben eine haptische Wirkung, die bei Präsentationen vor Entscheidergremien nicht zu unterschätzen ist. Viele Unternehmen setzen auf eine Kombination.