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Workwear

Robuste, funktionale Arbeitskleidung, die für körperlich beanspruchende Berufe konzipiert ist.

Workwear ist Kleidung, die für körperliche Arbeit gemacht ist. Der Begriff umfasst alles von der Latzhose des Handwerkers über den Kittel in der Lebensmittelproduktion bis zur Warnweste auf der Baustelle. Im Gegensatz zu rein modischer Kleidung steht bei Workwear die Funktion an erster Stelle: Strapazierfähigkeit, Schutz und praktische Details wie Werkzeugtaschen, Kniepolster-Einschübe oder Reflexstreifen.

Workwear vs. Berufskleidung vs. Schutzkleidung

Die Begriffe werden oft vermischt, meinen aber Unterschiedliches:

  • Workwear — funktionale Arbeitskleidung ohne zertifizierten Schutzanspruch. Sie ist robust und zweckmässig, unterliegt aber keinen PSA-Normen. Typische Beispiele: Cargo-Hosen, Arbeitsjacken, Arbeits-Shirts
  • Schutzkleidung (PSA) — persönliche Schutzausrüstung, die nach EU-Verordnung 2016/425 zertifiziert ist. Dazu gehören Warnkleidung (EN ISO 20471), Schweisserschutzkleidung (EN ISO 11611), Chemikalienschutzanzüge oder Schnittschutzhosen. Hier gelten verbindliche Prüfnormen
  • Berufskleidung / Corporate Fashion — Kleidung, die das Unternehmen repräsentiert, aber primär keine Schutzfunktion erfüllt. Der Fokus liegt auf einheitlichem Erscheinungsbild, Markenidentität und Tragekomfort

In der Praxis verschwimmen die Grenzen. Ein Facility-Manager trägt vielleicht eine gebrandete Softshell-Jacke (Corporate Fashion) über einer normierten Warnweste (PSA) und dazu eine Cargo-Hose (Workwear). Gute Ausstatter denken diese Kombination als Gesamtsystem.

Materialien und Konstruktion

Workwear muss halten, was der Alltag ihr abverlangt. Die gängigsten Materialien:

  • Baumwolle/Polyester-Mischungen (65/35 oder 60/40) — der Industriestandard. Baumwolle liefert Tragekomfort, Polyester sorgt für Formstabilität und schnelles Trocknen. Typische Stoffgewichte liegen bei 245—320 g/m²
  • Cordura-Verstärkungen — hochfestes Polyamidgewebe an Knien, Gesäss und Taschen, wo der Verschleiss am grössten ist
  • Canvas und Denim — schwere Baumwollgewebe (ab 300 g/m²) für klassische Workwear im Handwerk
  • Stretch-Einsätze — elastische Materialzonen an Rücken, Schritt und Knien erhöhen die Bewegungsfreiheit, ohne die Gesamtstabilität zu kompromittieren

Hochwertige Workwear erkennt man an Dreifach-Nähten an Belastungspunkten, verstärkten Tascheneingrissen, YKK-Reissverschlüssen und vorgeformten Kniepartien. Diese Details kosten in der Herstellung wenig, machen aber im Tragealltag den Unterschied zwischen sechs Monaten und drei Jahren Lebensdauer.

Workwear als Stilrichtung

Seit den 2010er-Jahren hat sich Workwear als eigenständiger Modestil etabliert — Heritage Workwear, inspiriert von amerikanischen Arbeiterjacken, Denim-Overalls und robusten Stiefeln. Marken wie Carhartt oder Dickies sind längst auch Streetwear. Für den Corporate-Fashion-Kontext ist das relevant: Unternehmen können bewusst Workwear-Ästhetik nutzen, um Bodenständigkeit und Handwerkskultur zu kommunizieren, ohne dass die Kleidung tatsächlich Schutzfunktionen erfüllen muss. Denim-Schürzen in der Gastronomie oder Canvas-Jacken im Einzelhandel sind Beispiele dafür.

Workwear im Corporate-Fashion-Programm

Wenn Workwear Teil eines Corporate-Fashion-Konzepts wird, stellen sich zusätzliche Fragen:

  • Branding — Logo-Platzierung auf Workwear ist anspruchsvoller als auf glatten Poloshirts. Schwere Gewebe, Nähte und Cordura-Patches erfordern angepasste Veredelungstechniken. Gestickte Logos funktionieren besser als Drucke, da sie die Strapazen mitmachen
  • Farbkonsistenz — bei häufigem Waschen und starker Beanspruchung driftet die Farbe schneller ab als bei Bürokleidung. Spinndüsengefärbtes Polyester hält die Farbe deutlich länger als garngefärbte Baumwolle
  • Grössenspektrum — körperlich arbeitende Teams haben oft ein breiteres Grössenspektrum als Büroteams. Von XS bis 5XL sollte die Kollektion proportional stimmen, nicht einfach hochskaliert werden
  • Industriewäsche-Tauglichkeit — wenn die Kleidung zentral gewaschen wird, muss sie 60-°C-Wäschen, industrielle Trocknung und ggf. Desinfektion überstehen, ohne Farbe, Passform oder Veredelung zu verlieren

Mini-FAQ

Muss der Arbeitgeber Workwear bezahlen? Wenn der Arbeitgeber das Tragen bestimmter Arbeitskleidung vorschreibt, muss er sie in der Regel stellen oder die Kosten übernehmen. Bei Schutzkleidung (PSA) ist das gesetzlich eindeutig geregelt — der Arbeitgeber trägt die vollen Kosten. Bei nicht-schützender Workwear hängt es vom Arbeitsvertrag und der betrieblichen Vereinbarung ab.

Wie oft sollte Workwear ersetzt werden? Es gibt keine pauschale Frist. Entscheidend ist der Zustand: Ausgefranste Nähte, defekte Reissverschlüsse, durchgescheuerte Kniepartien oder verblasste Warnfarben sind klare Signale. Bei Schutzkleidung gelten zusätzlich die Herstellerangaben zur maximalen Gebrauchsdauer.

Gibt es nachhaltige Workwear? Ja, zunehmend. Recyceltes Polyester, Bio-Baumwolle und Cradle-to-Cradle-zertifizierte Materialien finden ihren Weg in die Workwear. Allerdings dürfen Nachhaltigkeitsaspekte nie auf Kosten der Schutzfunktion gehen — bei zertifizierter PSA müssen alle Normen auch nach dem Materialwechsel eingehalten werden.

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