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Industriewäsche

Professionelles Waschverfahren für Berufstextilien bei hohen Temperaturen und mit standardisierten Prozessen.

Was ist Industriewäsche?

Industriewäsche bezeichnet die gewerbliche Aufbereitung von Berufstextilien in professionellen Wäschereien. Im Gegensatz zur Haushaltswäsche arbeiten industrielle Waschstraßen mit höheren Temperaturen (60—95 °C), aggressiveren Waschmitteln, höherer mechanischer Beanspruchung und standardisierten Prozessen, die auf hygienische Aufbereitung und Durchsatzmaximierung ausgelegt sind.

Der Begriff ist weit gefasst und schließt verschiedene Einsatzbereiche ein: von der Hotelwäsche über Krankenhauswäsche bis zur Reinigung von Arbeitskleidung in Industrie, Handwerk und Gastronomie. Für Corporate Fashion ist Industriewäsche relevant, weil sie andere Anforderungen an Material, Verarbeitung und Veredelung stellt als die Pflege zu Hause.

Was Industriewäsche von Haushaltswäsche unterscheidet

HaushaltswäscheIndustriewäsche
Temperatur30—60 °C60—95 °C
WaschmittelMild, oft FlüssigwaschmittelAlkalisch, teils mit Chlorbleiche
MechanikSanft (Waschtrommel)Intensiv (Waschstraße, Tunnelwascher)
TrocknungSchontrockner oder LeineIndustrietrockner (Finisher, Mangel)
Zyklusdauer60—120 Minuten3—8 Minuten pro Kammer
Durchsatz5—8 kg pro Ladung500—2.000 kg pro Stunde

Die Kombination aus Hitze, Chemie und Mechanik ist für Textilien belastender als jede Haushaltswäsche. Was zu Hause 100 Waschzyklen übersteht, kann in der Industriewäsche nach 50 Zyklen deutliche Verschleißerscheinungen zeigen.

Anforderungen an industriewäschetaugliche Textilien

Nicht jedes Kleidungsstück überlebt Industriewäsche. Damit Berufsbekleidung den Bedingungen gewachsen ist, müssen Material und Verarbeitung bestimmte Kriterien erfüllen:

  • Gewebe — Mischgewebe aus Polyester und Baumwolle (65/35 oder 50/50) haben sich als Standard etabliert. Reines Polyester ist hitzebeständig, aber pillinganfällig. Reine Baumwolle schrumpft stärker und knitternder.
  • Nähte — Sicherheitsnähte mit Überwendlingstich oder Doppelkettenstich verhindern das Aufgehen unter mechanischer Belastung. Alle Nähte müssen mit industriewäschefestem Garn genäht sein.
  • Knöpfe und Verschlüsse — Metallknöpfe, Druckknöpfe und Reißverschlüsse müssen hitze- und korrosionsbeständig sein. Billige Kunststoffknöpfe können bei 95 °C deformieren.
  • Reflexstreifen — Bei Warnkleidung müssen die Reflexstreifen nach EN ISO 20471 auch nach 25—50 Industriewäschen die geforderte Retroreflektion behalten.

Industriewäsche und Textilveredelung

Die Veredelung ist die Schwachstelle. Nicht jedes Druckverfahren übersteht 50 Zyklen bei 60 °C mit alkalischem Waschmittel und Trommeltrockner:

  • Bestickung — Am beständigsten. Stickgarn aus Polyester (nicht Viskose) hält 95 °C und Chlorbleiche stand. Bestickung ist das Mittel der Wahl für industriegewaschene Kleidung.
  • Siebdruck — Gute Haltbarkeit, wenn industriewäschefeste Farben verwendet werden. Plastisol-Farben sind Standard, müssen aber korrekt ausgehärtet sein.
  • Sublimationsdruck — Sehr beständig auf Polyester, da die Farbe in der Faser sitzt. Problematisch wird es nur bei Mischgeweben, wo der Baumwollanteil verblassen kann.
  • DTG / Digitaldruck — Begrenzt industriewäschetauglich. Die meisten DTG-Tinten sind auf Haushaltswäsche bei 40 °C ausgelegt.
  • Transferdruck / DTF — Ähnlich eingeschränkt. Die Folienschicht kann sich bei wiederholter Industriewäsche ablösen.

Normung und Zertifizierung

Für industriell gewaschene Berufsbekleidung ist die Norm EN ISO 15797 maßgeblich. Sie definiert standardisierte Waschverfahren für die Prüfung textiler Eigenschaften nach gewerblicher Wäsche. Hersteller, die ihre Textilien als industriewäschetauglich zertifizieren lassen, testen nach diesen Verfahren — typischerweise über 50 oder 75 Waschzyklen.

Mini-FAQ

Kann ich normale Kleidung industriell waschen lassen? Technisch ja, aber die Kleidung wird es nicht lange mitmachen. Konsummode ist auf Haushaltswäsche ausgelegt. Die Kombination aus hoher Temperatur, aggressiver Chemie und mechanischer Belastung zerstört empfindliche Stoffe, Drucke und Nähte innerhalb weniger Zyklen.

Wie viele Industriewäschen hält Berufsbekleidung aus? Zertifizierte Berufsbekleidung ist auf mindestens 50 Industriewäschen bei 60 °C ausgelegt. Hochwertige Workwear erreicht 75—100 Zyklen. Die tatsächliche Lebensdauer hängt aber auch davon ab, wie die Wäscherei ihre Prozesse fährt.

Beeinflusst Industriewäsche die Farbe? Ja. Mit jedem Waschgang geht minimal Farbstoff verloren. Dunkle Farben wie Schwarz oder Marine bleichen über die Zeit aus. Hersteller gleichen das durch Überfärbung aus, aber nach 50+ Wäschen ist ein Farbunterschied zu einem neuen Teil unvermeidlich.

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