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Veredelung

Flockdruck

Veredelungsverfahren mit samtiger, erhabener Oberfläche.

Was ist Flockdruck?

Beim Flockdruck wird ein Motiv aus kurzen Textilfasern — den sogenannten Flockfasern — auf einen Trägerstoff aufgebracht. Das Ergebnis ist eine samtige, leicht erhabene Oberfläche mit charakteristischer Haptik, die an Velours erinnert. Das Verfahren hat seinen Ursprung in der industriellen Beflockung der 1950er-Jahre und ist bis heute ein fester Bestandteil der Textilveredelung.

Herstellungsprozess

  1. Motiverstellung — Das gewünschte Design wird auf eine Trägerfolie aufgebracht, auf die eine Klebstoffschicht in der Motivform aufgetragen ist.
  2. Beflockung — Flockfasern (typisch 0,5—2 mm Länge, aus Polyamid oder Viskose) werden in einem elektrostatischen Feld auf die Klebefläche geschossen. Das elektrische Feld sorgt dafür, dass die Fasern senkrecht in den Kleber eindringen und aufrecht stehen bleiben.
  3. Transfer — Die beflockte Folie wird bei ca. 150—170 °C und 3—4 bar Druck für 10—15 Sekunden auf das Textil gepresst. Der Kleber schmilzt, verbindet sich mit dem Stoff und fixiert die Flockfasern dauerhaft.
  4. Trägerfolie abziehen — Nach dem Abkühlen wird die Folie entfernt, das Flockmotiv bleibt auf dem Textil.

Eigenschaften

  • Haptik — Weich, samtig, dreidimensional fühlbar. Die Oberfläche hebt sich deutlich vom Grundstoff ab.
  • Optik — Matte, textile Anmutung. Verfügbar in einer breiten Farbpalette, auch Neonfarben.
  • Haltbarkeit — Waschbar bis 40 °C. Bei sachgemäßer Pflege (kein Trockner, auf links waschen) bleibt die Beflockung über viele Wäschen intakt.

Wofür eignet sich Flockdruck?

  • Logos und Schriftzüge, die eine besondere taktile Wirkung erzielen sollen
  • Rückennummern und Spielernamen auf Sporttrikots
  • Größenkennzeichnungen im Kragenbereich als Alternative zu eingenähten Labels
  • Modische Applikationen auf Sweatshirts und Hoodies

Einschränkungen

Flockdruck ist ein einfarbiges Verfahren — pro Farbe ist ein separater Arbeitsgang nötig. Farbverläufe oder fotorealistische Motive sind nicht realisierbar. Auf stark strukturierten Stoffen (z. B. Frottee oder grobe Strickware) haftet der Flock ungleichmäßig. Außerdem ist die Veredelungsfläche begrenzt: Sehr großflächige Motive können die Atmungsaktivität des Textils beeinträchtigen.

Mini-FAQ

Wie fühlt sich Flockdruck an? Flockdruck hat eine samtige, leicht plüschige Oberfläche — vergleichbar mit kurzem Samt. Die Fasern stehen senkrecht und erzeugen einen spürbaren Unterschied zum glatten Stoff.

Ist Flockdruck für Arbeitskleidung geeignet? Bedingt. Für Kleidung mit häufiger Industriewäsche (60 °C+) oder starker mechanischer Beanspruchung sind Bestickung oder Siebdruck langlebiger. Für Servicekleidung im Gastro- oder Eventbereich mit normaler Haushaltswäsche funktioniert Flockdruck gut.

Kann man mehrfarbige Flockmotive umsetzen? Ja, allerdings erfordert jede Farbe einen eigenen Transfervorgang. Bei zwei bis drei Farben ist das noch wirtschaftlich, darüber hinaus steigen Kosten und Aufwand deutlich.

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