Was ist Fleece?
Fleece ist ein synthetischer Strickstoff – in der Regel aus Polyester –, dessen Oberfläche nach dem Stricken aufgebürstet und geschoren wird. Durch diesen Prozess entsteht ein dichter, weicher Flor, der Luft einschließt und dadurch hervorragend isoliert. Das Ergebnis: ein Material, das bei geringem Gewicht erstaunlich viel Wärme bietet.
Entwickelt wurde Fleece Ende der 1970er-Jahre von Malden Mills (heute Polartec) als leichtgewichtige Alternative zu Wolle. Der entscheidende Vorteil gegenüber Naturfasern: Fleece nimmt kaum Wasser auf (unter 1 % seines Eigengewichts), trocknet schnell und isoliert auch im feuchten Zustand.
Fleece-Typen und Gewichtsklassen
- Microfleece (100–150 g/m²) – dünn, leicht, als Unterzieher oder Futterstoff geeignet. Liegt eng an, lässt sich unter Jacken tragen, ohne aufzutragen
- Midweight Fleece (200–250 g/m²) – der Allrounder. Warm genug für die meisten Außeneinsätze, leicht genug für Innenräume
- Heavyweight Fleece (300+ g/m²) – für kalte Bedingungen, oft als Ersatz für Wollpullover oder Steppjacken
Neben glattem Fleece gibt es Varianten mit Struktur: Strickfleece kombiniert die Optik eines Strickpullovers mit der Wärme von Fleece, Sherpa-Fleece imitiert Lammfell mit langen, lockigen Fasern. Für windexponierte Einsätze existiert Windblocking-Fleece mit einlaminierter Membran.
Stärken und Schwächen
Fleece hat klare Vorzüge:
- Wärme-Gewicht-Verhältnis – besser als die meisten Naturfasern bei gleichem Flächengewicht
- Schnelltrocknend – nach einem Regenschauer oder einer Wäsche innerhalb von ein bis zwei Stunden trocken
- Pflegeleicht – maschinenwaschbar bei 30–40 °C, kein Bügeln nötig
- Weicher Griff – angenehm auf der Haut, kein Kratzen wie bei manchen Wollstoffen
Die Schattenseiten: Fleece neigt zu statischer Aufladung, bildet mit der Zeit Pilling an Reibungsstellen und bietet keinen Windschutz (sofern keine Membran integriert ist). Außerdem gibt Polyester-Fleece beim Waschen Mikrofasern an das Abwasser ab – ein wachsendes Umweltthema, dem Hersteller mit dichteren Oberflächen und speziellen Waschbeuteln begegnen.
Fleece in der Corporate Fashion
Fleece-Jacken und -Westen gehören zu den meistgenutzten Artikeln in der Firmenbekleidung – aus gutem Grund. Sie sind leicht, bequem und lassen sich unkompliziert mit Logos versehen. Typische Einsatzfelder:
- Outdoor-Berufe – Baustelle, Logistik, Landschaftsbau: Fleece als wärmende Zwischenschicht unter der Wetterjacke
- Empfang und Service – Fleecewesten über Hemd oder Bluse als schichtbarer Wärmespender in klimatisierten Räumen
- Team- und Eventbekleidung – einheitliche Fleecejacken bei Firmenevents, Messen oder Kundenterminen
Für die Veredelung eignet sich Fleece sehr gut. Stickerei hält dauerhaft im dichten Flor, Transferdruck funktioniert bei glatten Varianten zuverlässig. Lediglich bei sehr langhaarigem Sherpa-Fleece kann Stickerei an Sichtbarkeit verlieren.
Mini-FAQ
Ist Fleece das Gleiche wie Flanell? Nein. Flanell ist ein gewebter, aufgerauter Stoff – traditionell aus Wolle oder Baumwolle. Fleece ist ein gestrickter Polyesterstoff mit aufgebürstetem Flor. Beide sind weich und warm, unterscheiden sich aber in Herstellung, Material und Einsatzzweck grundlegend.
Wie verhindert man Pilling bei Fleece? Hochwertige Anti-Pilling-Fleece-Qualitäten werden oberflächenbehandelt, sodass sich die Faserenden weniger lösen. Beim Waschen hilft: Fleece auf links drehen, Schonwaschgang nutzen, keinen Weichspüler verwenden.
Kann Fleece aus recyceltem Material bestehen? Ja, und das ist inzwischen verbreitet. Viele Hersteller bieten Fleece aus recycelten PET-Flaschen an. Die Materialeigenschaften sind vergleichbar mit konventionellem Polyester-Fleece – Wärme, Griff und Haltbarkeit bleiben erhalten.