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Lagerware

Textilien, die in Standardfarben und -größen vorproduziert auf Lager liegen und sofort verfügbar sind.

Was ist Lagerware?

Als Lagerware (auch Lagerbestand oder Stock-Ware) werden Textilien bezeichnet, die vom Hersteller in Standardausführungen vorproduziert und auf Lager gehalten werden. Sie sind in den gängigen Farben und Größen sofort abrufbar, ohne dass eine separate Produktion angestoßen werden muss. Die Lieferzeit beschränkt sich auf den Versand — in Europa typischerweise 2—5 Werktage.

Lagerware bildet in der Corporate Fashion das Rückgrat des sogenannten Blank-Geschäfts: unbedruckte, unbestickte Textilien, die beim Kunden durch Veredelung zum individuellen Kleidungsstück werden. Große Blanko-Anbieter wie Hakro, Stanley/Stella, Fruit of the Loom oder B&C halten hunderte Artikel in jeweils 10—40 Farben und allen Konfektionsgrößen von XS bis 5XL permanent vorrätig.

Vorteile von Lagerware

  • Schnelle Verfügbarkeit — Kein Warten auf Produktion. Vom Bestelleingang bis zur Veredelung vergehen oft nur wenige Tage.
  • Keine oder niedrige Mindestbestellmengen — Ein einzelnes Poloshirt oder fünf Hemden bestellen? Kein Problem. Die MOQ liegt bei den meisten Lagerartikeln bei einem Stück.
  • Kalkulierbare Preise — Standardartikel haben feste Katalogpreise, die sich über Saisons hinweg nur geringfügig ändern. Das erleichtert die Budgetplanung.
  • Breites Größenspektrum — Große Hersteller führen Lagerware von XS bis 5XL, teils mit Sonder- und Übergrößen. Damit lassen sich auch heterogene Teams vollständig ausstatten.
  • Nachbestellsicherheit — Standardartikel bleiben oft über Jahre im Sortiment. Nachbestellungen in identischer Qualität und Farbe sind planbar.

Grenzen von Lagerware

Lagerware bedeutet Kompromiss. Die Auswahl ist auf das beschränkt, was der Hersteller als markttauglich einschätzt. Wer eine bestimmte Stoffqualität, eine Sonderfarbe oder einen individuellen Schnitt benötigt, wird im Lagersortiment nicht fündig.

Weitere Einschränkungen:

  • Farbabweichungen zwischen Chargen — Obwohl Hersteller Farbkonsistenz anstreben, können Textilien aus unterschiedlichen Produktionschargen geringfügig voneinander abweichen. Bei Nachbestellungen kann das auffallen, wenn alte und neue Teile nebeneinanderstehen.
  • Materialvielfalt begrenzt — Lagersortimente konzentrieren sich auf die gängigen Materialien: Baumwolle, Polyester, Mischgewebe, Piqué. Spezialgewebe wie Merino, technische Membrane oder Leinen sind selten ab Lager verfügbar.
  • Keine Exklusivität — Lagerware ist frei am Markt erhältlich. Das Konkurrenzunternehmen könnte dasselbe Basisshirt tragen. Erst durch Veredelung entsteht Differenzierung.

Lagerware vs. Eigenproduktion

LagerwareEigenproduktion
Lieferzeit2—5 Tage8—20 Wochen
MindestmengeAb 1 StückAb 100—500 Stück
IndividualisierungNur durch VeredelungVollständig (Schnitt, Stoff, Farbe)
StückkostenNiedrig bis mittelMittel bis hoch
NachbestellbarkeitGut, solange Artikel im SortimentNur bei Neuproduktion

Lagerware in der Corporate Fashion

Der klassische Einstieg in Corporate Fashion führt über Lagerware. Ein Unternehmen wählt ein passendes Basistextil — Poloshirt, Hemd, Softshell-Jacke — und lässt es mit Logo besticken oder bedrucken. Das funktioniert schnell, ist flexibel in der Stückzahl und setzt kein großes Budget voraus.

Erst wenn die Anforderungen spezifischer werden — eigene Farben, die zum Corporate Design passen, individuelle Schnitte, die sich von Stangenware abheben, oder technische Anforderungen wie Normkonformität — lohnt sich der Schritt zur Eigenproduktion.

Mini-FAQ

Ist Lagerware qualitativ schlechter als Eigenproduktion? Nein, nicht grundsätzlich. Viele Lagerprogramme bieten ausgezeichnete Qualität. Der Unterschied liegt nicht in der Qualität, sondern in der Individualisierung. Lagerware ist universell, Eigenproduktion ist maßgeschneidert.

Wie erkenne ich, ob ein Artikel langfristig verfügbar bleibt? Die NOS-Kennzeichnung (Never Out of Stock) signalisiert, dass der Hersteller den Artikel dauerhaft im Sortiment führt. Trotzdem gibt es keine hundertprozentige Garantie — auch NOS-Artikel können bei Sortimentsbereinigungen entfallen. Eine Absicherung über Rahmenverträge schafft zusätzliche Sicherheit.

Kann ich Lagerware aus verschiedenen Herstellern mischen? Technisch ja, aber Vorsicht bei der Farbkonsistenz. Ein Navyblau von Hersteller A ist nicht dasselbe Navyblau wie bei Hersteller B. Wenn einheitliches Erscheinungsbild wichtig ist, sollten alle sichtbaren Teile vom selben Hersteller stammen.

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