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Passformen

Konfektionsgröße

Standardisiertes Größensystem für industriell gefertigte Bekleidung, basierend auf Körpermaßen.

Was ist eine Konfektionsgröße?

Eine Konfektionsgröße ist eine genormte Bezeichnung, die industriell gefertigter Kleidung zugeordnet wird, um ohne individuelle Anprobe eine passende Auswahl zu ermöglichen. Das System basiert auf Körpermaßen — in erster Linie Brustumfang, Taillenumfang, Hüftumfang und Körpergröße — und fasst diese in numerischen (z. B. 48, 50, 52) oder alphabetischen (XS, S, M, L, XL) Bezeichnungen zusammen.

In Deutschland gehen die heutigen Konfektionsgrößen auf die DOB-Maßtabellen (Damenoberbekleidung) und HAKA-Maßtabellen (Herrenanzug und Knabenanzug) zurück, die in den 1950er-Jahren systematisiert wurden. Die europäische Norm EN 13402 versucht seit 2002, ein einheitliches körpermaßbasiertes System zu etablieren, hat sich im Alltag aber nur teilweise durchgesetzt.

Die gängigen Größensysteme

Deutsche Konfektionsgrößen (numerisch) Herren: 44, 46, 48, 50, 52 … Die Größe ergibt sich aus dem halben Brustumfang. Eine Größe 50 entspricht einem Brustumfang von ca. 100 cm. Damen: 32, 34, 36, 38, 40 … Die Berechnung ist weniger intuitiv, basiert aber ebenfalls auf Brustumfang und Hüftumfang.

Internationale Buchstabengrößen XS, S, M, L, XL, XXL — weit verbreitet bei Freizeitbekleidung, T-Shirts und Poloshirts. Der Nachteil: Die Zuordnung zu Zentimetermaßen variiert zwischen Herstellern erheblich. Eine L bei Hersteller A kann der M bei Hersteller B entsprechen.

Sondergrößen

  • Kurzgrößen (z. B. 24, 25, 26 bei Herren): Für Personen unter ca. 170 cm Körpergröße.
  • Langgrößen (z. B. 94, 98, 102 bei Herren): Für Personen über ca. 180 cm.
  • Bauchgrößen (z. B. 51, 53, 55 bei Herren): Für kräftigere Figuren mit ausgeprägter Leibweite.
  • Schlanke Größen bei Damen: Bezeichnungen wie 17, 18, 19 — Normalgrößen halbiert.

Warum Konfektionsgrößen nicht immer passen

Konfektionsgrößen sind statistische Durchschnitte. Sie basieren auf Reihenmessungen, bei denen tausende Menschen vermessen werden — in Deutschland zuletzt in der SizeGERMANY-Studie von 2007/2008. Aus diesen Daten werden Proportionstypen abgeleitet, die bestimmte Verhältnisse zwischen Körpermaßen annehmen.

Das Problem: Reale Körper halten sich nicht an Durchschnitte. Ein Mensch mit langen Armen und schmalem Oberkörper findet in keiner Standardgröße eine Passform, die überall sitzt. Genau deshalb gibt es Passformvarianten wie Slim Fit, Regular Fit und Comfort Fit, die innerhalb derselben Konfektionsgröße unterschiedliche Weiten anbieten.

Konfektionsgrößen in der Corporate Fashion

Bei Berufsbekleidung wird das Thema Konfektionsgröße zur logistischen Aufgabe. Ein Unternehmen mit 200 Mitarbeitern muss nicht nur die richtigen Größen bestellen, sondern auch Sondergrößen berücksichtigen, Retouren durch Fehlbestellungen minimieren und über Jahre konsistente Nachbestellungen sicherstellen.

Bewährte Praxis:

  • Anprobetermine vor Ort — Vor der Erstbestellung werden Muster in allen Größen bereitgestellt, damit Mitarbeiter ihre passende Größe ermitteln können. Das reduziert Fehlbestellungen um 60—80 %.
  • Größenerfassung dokumentieren — Jede Mitarbeitergröße wird hinterlegt, damit Nachbestellungen ohne erneute Anprobe möglich sind.
  • Puffergrößen einplanen — Im Randbereich (XS, 3XL, Kurzgrößen) sollten immer ein paar Teile mehr bevorratet werden, da diese schwerer kurzfristig nachzubestellen sind.

Mini-FAQ

Warum fällt Größe M bei verschiedenen Marken unterschiedlich aus? Weil Buchstabengrößen nicht normiert sind. Jeder Hersteller definiert seine eigene Maßtabelle. Eine M bei einem Workwear-Hersteller kann großzügiger geschnitten sein als eine M bei einem Slim-Fit-Anbieter. Deshalb ist immer die herstellerspezifische Größentabelle entscheidend.

Was tun, wenn ein Mitarbeiter zwischen zwei Größen liegt? Bei Berufsbekleidung empfehlen wir die größere Größe. Bewegungsfreiheit im Arbeitsalltag ist wichtiger als eine körperbetonte Passform. Viele Teile lassen sich zudem durch einfache Änderungen (Armlänge kürzen, Bund anpassen) optimieren.

Können Konfektionsgrößen sich über die Jahre ändern? Die Norm ändert sich selten, aber die tatsächliche Passform schon. Wenn ein Hersteller seine Schnitte aktualisiert, kann eine Größe 50 plötzlich anders sitzen als vor fünf Jahren. Bei Nachbestellungen sollte deshalb geprüft werden, ob die Maßtabelle noch identisch ist.

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