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Allgemein

Maßkonfektion

Bekleidungsfertigung, bei der Standardschnitte individuell an Körpermaße angepasst werden.

Was ist Maßkonfektion?

Maßkonfektion (englisch: Made-to-Measure, kurz MTM) bezeichnet ein Fertigungsverfahren, bei dem industrielle Standardschnitte anhand individueller Körpermaße des Trägers angepasst werden. Der Schnitt wird nicht von Grund auf neu erstellt, sondern ein bestehendes Grundmodell in Längen, Weiten und Proportionen modifiziert. Das unterscheidet Maßkonfektion von der Maßschneiderei (Bespoke), bei der jedes Stück von einem eigenen Schnittmuster ausgeht.

In der Praxis sieht das so aus: Der Kunde wird vermessen — oder misst sich nach Anleitung selbst —, die Maße werden mit dem nächstliegenden Standardschnitt abgeglichen, und die Abweichungen fließen als Anpassungen in die Produktion ein. Typische Änderungen betreffen Armlänge, Rückenlänge, Bundweite und Schulterbreite.

Maßkonfektion vs. Konfektion vs. Maßschneiderei

KonfektionMaßkonfektionMaßschneiderei
SchnitterstellungStandardgrößenStandardschnitt, individuell angepasstIndividueller Schnitt pro Träger
AnprobenKeine0—12—3
ProduktionszeitSofort ab Lager3—6 Wochen6—12 Wochen
Preis (Sakko)80—250 EUR250—600 EUR800—3.000+ EUR
IndividualisierungGröße wählenMaße, Stoff, DetailsAlles

Maßkonfektion in der Corporate Fashion

Für Berufsbekleidung ist Maßkonfektion ein pragmatischer Mittelweg. Einerseits haben Unternehmen Mitarbeiter, die in Standardgrößen nicht optimal sitzen — zu lange Arme, zu breite Schultern, untypische Proportionen. Andererseits ist eine komplette Maßschneiderei für 50, 200 oder 500 Mitarbeiter weder wirtschaftlich noch zeitlich realistisch.

Maßkonfektion löst dieses Problem dort, wo es am sichtbarsten wird:

  • Empfangs- und Führungspersonal — Blazer, Sakkos und Kostüme, die repräsentativ wirken müssen und bei schlechter Passform sofort auffallen.
  • Uniformen und Dienstkleidung — Fluglinien, Hotels und Banken setzen auf Maßkonfektion, um trotz Serienfertigung eine individuelle Passform zu gewährleisten.
  • Sonderfiguren — Mitarbeiter, die in keiner Standardgröße gut sitzen, bekommen über Maßkonfektion ein passendes Kleidungsstück, ohne den gesamten Kollektionsrahmen zu verlassen.

Der Prozess

  1. Vermessung — Mindestens 10—15 Körpermaße werden erfasst. Bei größeren Rollouts geschieht das oft vor Ort im Unternehmen durch geschultes Personal.
  2. Stoffauswahl — Der Kunde wählt aus einem definierten Stoffprogramm. Bei Corporate-Fashion-Projekten ist die Stoffauswahl meist durch das Kollektionskonzept vorgegeben.
  3. Produktion — Die Anpassungen werden digital in den Schnitt übertragen und industriell zugeschnitten. Genäht wird in der Regel in spezialisierten Manufakturen.
  4. Endkontrolle — Jedes Stück wird einzeln geprüft. Bei Bedarf folgt eine Anprobe mit Feinanpassung.

Mini-FAQ

Ist Maßkonfektion bei Berufsbekleidung üblich? Bei repräsentativer Kleidung wie Sakkos und Blazern durchaus. Bei funktionaler Arbeitskleidung (Poloshirts, T-Shirts, Cargohosen) ist Maßkonfektion selten nötig, da diese Teile von Natur aus mehr Bewegungsspielraum bieten.

Ab wie vielen Mitarbeitern rechnet sich Maßkonfektion? Eine feste Untergrenze gibt es nicht. In der Praxis wird Maßkonfektion oft als Ergänzung eingesetzt: Das Gros der Belegschaft erhält Konfektionsware, und nur Mitarbeiter mit besonderen Passformanforderungen bekommen maßkonfektionierte Teile.

Wie genau muss man messen? Auf den halben Zentimeter genau. Falsch genommene Maße sind die häufigste Fehlerquelle bei Maßkonfektion. Deshalb empfehlen erfahrene Anbieter eine professionelle Vermessung statt Selbstvermessung.

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