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Materialien

Polyester

Synthetische Faser aus Polyethylenterephthalat (PET), die durch Formstabilität, Pflegeleichtigkeit und Langlebigkeit die Textilindustrie dominiert.

Was ist Polyester?

Polyester ist eine synthetische Textilfaser aus Polyethylenterephthalat (PET), einem thermoplastischen Kunststoff, der aus Erdöl oder zunehmend aus recyceltem PET gewonnen wird. Die Faser wird im Schmelzspinnverfahren hergestellt: Das PET-Granulat wird bei rund 260 °C geschmolzen, durch feine Spinndüsen gepresst und nach dem Erstarren zu Endlosfäden (Filament) oder Kurzfasern (Stapelfaser) verarbeitet.

Polyester ist seit den 1990er-Jahren die weltweit meistproduzierte Textilfaser und macht heute über 50 % der globalen Faserproduktion aus. Der Grund: Kein anderes Material bietet eine vergleichbare Kombination aus Leistung, Vielseitigkeit und niedrigen Herstellungskosten.

Eigenschaften im Detail

  • Formstabilität – Polyester behält seine Form auch nach vielen Wäschen. Einlaufen ist praktisch ausgeschlossen, da die Faser kaum Wasser aufnimmt (unter 0,4 % des Eigengewichts)
  • Knitterresistenz – die Faser springt nach Verformung zurück, Bügeln ist bei vielen Polyestergeweben unnötig
  • Farbbeständigkeit – Dispersionsfarbstoffe dringen tief in die Faser ein und bleichen selbst bei intensiver UV-Belastung kaum aus
  • Reißfestigkeit – Polyester ist im trockenen und nassen Zustand gleich fest und übertrifft die meisten Naturfasern
  • Schnelltrocknend – die hydrophobe Oberfläche gibt Feuchtigkeit rasch an die Umgebung ab

Die Nachteile sind bekannt: Polyester lädt sich statisch auf, nimmt Körpergeruch schneller an als Naturfasern (Bakterien siedeln sich bevorzugt auf der glatten Oberfläche an), und das Material ist auf Erdöl als Rohstoff angewiesen – auch wenn recyceltes PET dieses Problem zunehmend entschärft.

Varianten und Verarbeitungsformen

Polyester ist nicht gleich Polyester. Je nach Verarbeitung entstehen völlig unterschiedliche Textilien:

  • Filamentgarn – glatte, glänzende Oberfläche, typisch für Futterstoff, Krawatten und technische Textilien
  • Stapelfaser – geschnitten und versponnen wie Baumwolle, erzeugt eine matte, natürlichere Haptik. Wird häufig mit Baumwolle oder Viskose gemischt
  • Mikrofaser – extrem fein (unter 1 dtex), weicher Griff, hohe Dichte, gute Feuchtigkeitsableitung
  • Texturiertes Garn – durch Wärme und Drehung gekräuselt, dadurch bauschig und elastisch – Basis für Fleece und Strickwaren

Polyester in der Corporate Fashion

In der Berufsbekleidung ist Polyester die tragende Faser – oft unsichtbar, aber fast immer beteiligt. Typische Einsatzfelder:

  • Hemden und Blusen (65 % Polyester / 35 % Baumwolle) – der Klassiker für pflegeleichte Business-Oberbekleidung. Bügelfrei oder bügelleicht, formstabil nach der Industriewäsche
  • Fleecejacken und Softshells – reines Polyester als Isolations- und Wetterschutzschicht
  • Poloshirts und T-Shirts – Polyester-Baumwoll-Mischungen für den Kompromiss zwischen Tragekomfort und Haltbarkeit
  • Futterstoff – glatter Polyester-Taft als Innenfutter in Blazern und Jacken

Für Unternehmen, die ihre Bekleidung regelmäßig waschen lassen, ist der geringe Pflegeaufwand ein echtes Argument: Polyester verträgt Industriewäsche bei 60 °C ohne Formverlust, trocknet schnell und bleibt über viele Waschzyklen farbstabil.

Nachhaltigkeit und recyceltes Polyester

Recyceltes Polyester (rPET) wird aus eingeschmolzenen PET-Flaschen oder aus Produktionsabfällen gewonnen. Die Materialeigenschaften sind identisch mit konventionellem Polyester, der Energieverbrauch bei der Herstellung liegt etwa 30–50 % niedriger. Zertifikate wie GRS (Global Recycled Standard) belegen den Recycling-Anteil.

Das Mikroplastik-Problem bleibt allerdings bestehen: Auch rPET gibt beim Waschen Mikrofasern ab. Dichtere Gewebe, höhere Garndrehungen und spezielle Waschbeutel können den Austrag reduzieren, beseitigen ihn aber nicht vollständig.

Mini-FAQ

Kratzt Polyester auf der Haut? Modernes Polyester – insbesondere Mikrofaser – fühlt sich weicher an als viele Baumwollstoffe. Die raue Haptik früherer Polyestergewebe war ein Problem der 1970er-Jahre und ist bei aktuellen Qualitäten nicht mehr relevant.

Warum riecht Polyester schneller als Baumwolle? Die glatte, hydrophobe Faseroberfläche bietet Bakterien Halt, ohne dass Feuchtigkeit sie wegspült. Silberionen-Ausrüstungen oder antimikrobielle Finishes können das verzögern. Regelmäßiges Waschen bei mindestens 40 °C beseitigt geruchsbildende Bakterien zuverlässig.

Kann man Polyester gut bedrucken? Ja, sogar ausgezeichnet. Sublimationsdruck – bei dem Farbstoff gasförmig in die Faser eindringt – funktioniert ausschließlich auf Polyester und liefert brillante, waschbeständige Ergebnisse. Für Mischgewebe eignen sich Sieb- oder Transferdruck.

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