Casual Style bezeichnet eine Stilrichtung in der Mode, die Bequemlichkeit, Alltagstauglichkeit und eine entspannte Ausstrahlung in den Mittelpunkt stellt. Anders als bei formellen Stilrichtungen gibt es keinen festen Kanon an Kleidungsstücken — der Casual Style definiert sich eher über das, was er nicht ist: steif, overdressed oder übermässig durchgestylt. Seit den 1950er-Jahren hat er sich schrittweise von der Freizeitkleidung in nahezu alle Lebensbereiche vorgearbeitet.
Spielarten des Casual Style
Casual ist nicht gleich Casual. Über die Jahrzehnte haben sich verschiedene Varianten herausgebildet:
- Classic Casual: Jeans, T-Shirt, Sneaker — die Grundform, zeitlos und universell
- Smart Casual: Casual mit einem Hauch Eleganz, etwa Chino mit Sakko oder Bluse mit Jeans
- Business Casual: Die bürotaugliche Variante, bei der Professionalität und Lässigkeit aufeinandertreffen
- Athleisure: Sportbekleidung, die als Alltagskleidung getragen wird (Jogginghosen, Sneaker, Performance-Stoffe)
- Streetwear: Urban geprägter Casual Style mit Einflüssen aus Skate-, Hip-Hop- und Jugendkultur
Die Grenzen zwischen diesen Varianten sind fliessend. In der Praxis mischen die meisten Menschen Elemente aus verschiedenen Casual-Richtungen.
Warum der Casual Style dominiert
Die zunehmende Casualisierung der Gesellschaft hat handfeste Gründe:
- Verändertes Arbeitsumfeld: Weniger hierarchische Unternehmenskulturen brauchen weniger formelle Kleidung
- Mobilität: Wer zwischen Büro, Homeoffice und Kundentermin pendelt, braucht vielseitige Kleidung
- Materialfortschritt: Moderne Funktionsstoffe sehen gut aus und sind gleichzeitig bequem — die alte Trennung zwischen „schick” und „komfortabel” löst sich auf
- Generationenwandel: Jüngere Arbeitnehmende empfinden strenge Dresscodes als antiquiert
Casual Style in der Corporate Fashion
Für Unternehmen ist der Casual Style eine Chance und Herausforderung zugleich. Die Chance: Casual Corporate Fashion wird von Mitarbeitenden bereitwilliger getragen als steife Uniformen. Die Herausforderung: Bei lässiger Kleidung entscheiden Details über den Unterschied zwischen „entspannt professionell” und „lieblos angezogen”.
Worauf es ankommt:
- Stoffqualität — hochwertiger Single Jersey statt billiger Meterware
- Passform — auch ein T-Shirt braucht einen durchdachten Schnitt, damit es an verschiedenen Körpertypen funktioniert
- Veredelung — dezente Stickerei oder ein gut platzierter Transferdruck wirken wertiger als ein grossflächiger Siebdruck
- Farbkonzept — abgestimmte Farbtöne erzeugen auch ohne Uniform ein einheitliches Erscheinungsbild
Mini-FAQ
Ist Casual Style das Gleiche wie Casual Look? Nahezu. Der Casual Style beschreibt die grundsätzliche Stilrichtung und Haltung, der Casual Look das konkrete Outfit. Im Alltag werden die Begriffe synonym verwendet.
Kann ein Unternehmen mit Casual Style trotzdem seriös auftreten? Ja — wenn die Qualität stimmt. Ein gepflegtes Casual-Outfit mit durchdachtem Corporate-Design-Bezug kann genauso professionell wirken wie ein Anzug. Entscheidend ist die Konsistenz: Wenn alle Mitarbeitenden im gleichen Farbschema und mit hochwertigen Basics auftreten, entsteht ein überzeugender Gesamteindruck.
Wo endet Casual Style und wo beginnt Nachlässigkeit? Bei der Pflege. Casual heisst ungezwungen, nicht ungepflegt. Löchrige Kleidung, Flecken oder ausgebleichte Farben haben auch im lässigsten Dresscode nichts verloren — zumindest nicht im beruflichen Kontext.